Wanderwochenende September 2018

Für den 7. bis 9. September 2018 ist ein Wanderwochenende in Tieringen (bei Balingen) in Vorbereitung.

Details finden Sie nach Klärung der Einzelheiten an dieser Stelle.

Freizeitarbeit des Verbandes

Mit der Freizeit 2016 ging eine lange Ära von lehr- und erholsamen Freizeiten zu Ende.

Zur Zeit werden Überlegungen angestellt, in welcher Form Angebote für Wanderfreudige durchgeführt werden kann. Sie erhalten an dieser Stelle dann weitere Informationen.

Gedicht zur Freizeitarbeit mit der Freizeit 2016 und Bilder

Besinnung und Bewegung
Rückblick auf die vierzehn Freizeiten
(1990 – 2016
)

Alles hat seine Zeit

Liebe Freunde,

ich weiß nicht, wie in dem Verband
einst die tolle Idee entstand.
Auf alle Fäll´ kam sie gut an.
Der Zwei-Jahres-Turnus so begann.

Vierzehn mal in diesen Jahren
sind wir auf Freizeiten gefahren.
Überheblichkeit muss da nicht sein,
doch etwas Stolz stellt sich schon ein.

Mir ist bewusst, wo wir schon waren,
sind in den Jahren hingefahren.
Selbst wenn einiges wird fehlen,
versuch´ ich manches zu erzählen.

* * * * * * *

Groß war am Anfang der Andrang.
Die Warteliste war meist lang.
Nur die Mitglieder vom Verband
man bei den Freizeiten fand.

Paare durften da nur rein,
mussten Verbandsmitglieder sein.
Erst als die Nachfrage nachließ
man andre Paare auch zuließ.

Wir stellten uns gern´ darauf ein.
Drei Angebote sollten ´s sein.
So hab´n die Tour´n wir präsentiert
und täglich alle durchgeführt.

* * * * * * *

Uns zog ´s von Anfang an stets hin
nach Sils ins Oberengadin.
Haus und Verpflegung war´n passabel,
anfangs noch nicht so komfortabel.

Man musste das Geschirr abräumen,
den Spüldienst durft´ man nicht versäumen,
zweimal am Tag mit Geschirr, Bestecken,
alle Tische neu eindecken.

Wir haben viel Weg´ begang´,
die einen kurz, die andern lang.
Die einen zog ´s in große Höh´n,
die andern mehr hin zu den Seen.

Nicht immer gab es Sonnenschein.
In dieser Höh´ konnt ´s schon mal schnei´n.
Wir ignorierten ´s, gingen trotzdem raus
und machen so das Beste draus.

Das Wetter kam uns meist zupass.
Nur einmal wurd´n wir richtig nass.
Vom Kopf bis runter zu den Waden
gab es an uns kein´ trock´nen Faden.

Zum Glück gab es bei uns´ren Touren
höchstens kleinere Blessuren.
Nur ein schwererer Unfall
endete im Hospital.

Im Engadin jede Bergspitz´
heißt schlicht und einfach dort nur „Piz“.
(Die Mehrzahl sicher nicht Pizzen ist.)

Wir sind auch einmal mit der Bahn
bis zur Station Alp Grüm gefahr´n.
Sind dort vorbei an Gletschermühlen
in das Puschlav hinabgestiegen.

An so ´ne Wand´rung, liebe Leut´,
erinnern manche sich noch heut´.
Die konnten d´rauf, weil d´ Waden ziehen,
die Trepp´ nur rückwärts runtergehen.

Ein Sahnehäubchen, sowieso,
war für uns San Romerio.
Weil hier ein Feldsturz, riesengroß,
sich einst ins Puschlavtal ergoss.

Man staunt, wie solche Urgewalten
eine Landschaft neu gestalten.
Sie verschlossen den Flusslauf.
So staute sich ein See dort auf.

Wir waren auch im Paradies.
Eine der Hütten ja so hieß.
Bernina samt Gletscher war´n zum Greifen,
´ne Traumaussicht, kaum zu begreifen.

Noch eine Attraktion gibt ´s da,
die Bahn ´rauf zur Diavoleca.
Wir schafften von dort mit Bravour
eine grandiose Gletschertour.

Für uns war ein b´sond´rer Spaß,
die Wanderung nach Grevasalvas.
Der Ort wurd´ durch ´nen Film bekannt,
wird seither „Heididorf“ genannt.

Ganz munter ging es abends zu.
Da war so manches nicht „Tabu“.
Wenn man bei dem Gedankenspiel
dran war, und einem nichts einfiel.

Und auch so manche „Mäxle-Runden“
fanden statt zu späten Stunden.
Mit ausgebufften Strategien
wollt´ andre über ´n Tisch man ziehen.
Eine Entscheidung fiel meist schnell,
wenn ´s hieß, wir fahren ins Bergell.
Nach Soglio uns die Wand´rung führt,
was fest zur Sils-Freizeit gehört.

Das Dorf am Berghang klebt ganz fest,
so wie am Haus ein Schwalbennest.
Verträumt ging´ wir durch all´ die Gassen,
hab´n ´s Dorfflair auf uns wirken lassen.

Man meint, man wäre gar versetzt
in eine Zeit, nur nicht ins Jetzt.
Zurück holt uns die Wirklichkeit,
wenn wir gestärkt die Leiblichkeit.

Sils war uns wirklich sehr vertraut,
fast schon wie uns´re eig´ne Haut.
„Besinnung“ und „Bewegung“, beides trägt.
Das hat die Freizeiten geprägt.

* * * * * * *

Auch Kärnten hab´ wir uns beseh´n,
mit seinen Bergen, seinen Seen.
In Sattendorf, am See von Ossiach,
haben wir Station gemacht.

An den Full-Service im Hotel
gewöhnten wir dort ganz schnell.
Grad auch der Abend auf dem Schiff
gab allem noch den letzten Schliff.

Wir waren fast nicht klein zu kriegen.
Hab´n viele Gipfel dort bestiegen.
Bestaunten in so mancher Klamm
was Wasserkraft so alles kann.

Ganz anders als ein schroffer Rock
war´n sanft die Berge, genannt Nock.
Man ist erstaunt, muss an sich halten.
Sind wir denn hier noch in den Alpen?  

Wir sind auch mit der Reiseck-Bahn
zu diesem Bergstock hoch gefahr´n.
Der Aufzug, für ´n Stausee erstellt,
bringt Touris jetzt in die Bergwelt.

Erinnert Euch an die Gerlitzen,
oder an die Klamm Garnitzen.
Einige machten nicht mal schlaff,
als es hinauf ging zum Triglav.
.
Ich weiß, manche hab´n noch im Kopf
den Aufstieg auf den Türkenkopf.
Dieser wollte gar nicht enden.
Man zog sich hoch auch mit den Händen.

Mit einer Brust, von Stolz geschwellt,
schaut man dann auf die Seen-Welt.
Hat man doch mit letzter Kraft
diesen Aufstieg auch geschafft.
Fazit:
So sehr man sich bergauf auch schindet,
ein Schnaps am Gipfelkreuz verbindet.

* * * * * * *

Zweimal ging ´s in die Wildschönau.
Wild und schön, das trifft ´s genau.
Ins Haus am Wildbach zog´n wir ein,
in Auffach, ´s Haus für uns allein.

Nach der Renovierung, das steht fest,
waren wir die ersten Gäst´.
Chefs waren die jungen Wirtsleut´.
Die haben prächtig uns betreut.

Von einem Schnaps, dem Krautinger,
lässt man besser seine Finger.
Aus Rüben wird er hergestellt,
weil ´s dort an Obstbäumen sehr fehlt.
 
Von Auffach starteten die Touren,
die wir erwandert und anfuhren.
Ob Schatzberg oder Großer Beil.
Mal war es flach, dann wieder steil.
Mal per pedes, mal per Seil.

Auch mit Unterstützung einer Bahn
sind wir die Salve raufgefah´n.
Die Plattform oben konnt´ sich drehen.
So wir bequem die Bergwelt sehen.

Auf dem Weg zur Gratlspitzen
kam gar mancher arg ins Schwitzen,
und hatte sich zu guter Letzt,
konditionell fast überschätzt.

Kommoder waren die dann dran,
die mit ´nem Haflinger-Gespann
und einer Kutsche hinten dran
sind auf die Käsealm gefahr´n.

Einmal ging ´s durch die Kundl-Klamm,
zu Fuß, denn da darf man nicht fahr´n.
Einige Zeit drauf hab´ ich gehört,´
wurd´ wegen Steinschlag sie gesperrt.

* * * * * * *

Gäste war´n wir im Pustertal.
Das Hotel Kronplatz – erste Wahl.
Einen Tag hab´n wir uns gegönnt
zur Fahrt durch die Dolomitenwelt.

Hab´n erkundet schönste Flecken,
sind eingekehrt an manchen Ecken.
Es muss nicht nur anstrengend sein.
Ein Kaffeepäuschen darf mal sein.

Was uns der Pragser Wildsee bot,
das war ein einmaliges Kleinod.
Und auch das ruhig´re Ahrntal
ist ein Besuch wert allemal.

Und erst die Fanealm war toll.
Die schönste (älteste?) Alm von ganz Tirol.
Zum Besuch der alten Hütten (bewirtet)
ließen wir uns nicht zweimal bitten.

Zum Abschluss gab es ein Buffet.
Das war nicht nur für ´s Auge schön.
Geschmeckt hat es, und zwar ganz fein.
Da sollt´ der Buckel Ranzen sein.

* * * * * * *

Zur vorherigen Freizeit vor zwei Jahr´n
sind wir in die Pfalz gefahr´n.
Hauenstein war da unser Ziel.
Die alte Schuhstadt uns gefiel.

Kein Wunder, dass grad diese Stadt
´nen Schusterpfad zu bieten hat.
Naturdenkmal´  gibt ´s ohne End,
ein´s man Altschlossfelsen nennt.

Sandsteinfelsen, der Wald allein,
können ´s nicht gewesen sein.
Angetan hab´n ´s uns die Hütten.
Die haben wir aufsuchen müssen.

Willst Du außer Bäum´ was seh´n,
musst erst auf ´nem Felsen steh´n.
Uns so stieg´n wir unverdrossen,
hoch auf Leitern mit viel´n Sprossen.

Ganz in der Nähe der Stadt Dahn
sah´n wir ein prächtiges Gespann.
Steinsäulen gab es zu bestau´n.
„Braut“ und „Bräutigam“ es war´n.

Wer hätt´ gedacht, dass Hauenstein,
ein Eldorado würd´ für Frauen sein?
Wie man ´ne Schuhwelt sich vorstellt.
Alles wird auf den Kopf gestellt.

Ob Ballerinas, ob High Heels,
der Damenwelt, ja der gefiel ´s.
Steht schließlich dann noch Outlook drauf,
spricht nichts mehr gegen einen Kauf.

Selbst wenn der Schuh dann etwas drückt,
oder der Hallux kräftig zwickt,
Hauptsach´ er macht ein schönes Bein.
Dann schluckt man gerne manche Pein.

* * * * * * *

Wir waren sehr oft in der Schweiz,
die Sächsische hat auch ihr´n Reiz.
Hier und jetzt im Elbsandstein,
die Freizeit-Zeit zu End´ soll sein.

Wir werd´n uns immer mal bewegen
auf den berühmten Malerwegen.
Manchmal hat es den Anschein,
als würd´n in der Pfalz wir sein.

Kleinodien gibt es ohne Zahl.
Wir hab´n ´s geseh´n im Polenztal.
Standen an der Baude Brand,
Balkon der sächs´schen Schweiz genannt.

An der Burg Rathen, der Bastei,
da kommt keiner dran vorbei.
Obwohl man solche Menschenmassen
sollt´ lieber abseits liegen lassen.

In den Schwedenlöchern, interessant,
bei ´n Schwedenkriegen man verschwandt.
Wie wehrhaft diese Gegend war,
wird man durch Festungen gewahr.

So werden uns deshalb erfreu´n
der Lilien- und der Königstein.
Der eine mächt´ger Tafelberg,
der andre ein Festungsbollwerk.

Mit der Kirschnitztalbahn fahr´n
war grad so schön wie mit ´nem Kahn.
Die Klamm und dann die Wolfsschlucht,
beides seinesgleichen sucht.

Der Weg über die Schrammsteine
ging ganz kräftig in die Beine.
Während man bei ´ner Dampferfahrt
es sicherlich bequemer hat.

Leider, die Elb´ nicht wasserreich,
spielte uns hier einen Streich.
So haben wir umdisponiert
und einen „Kuhstall“ inspiziert.

Ein´ Tag hab´n wir uns angesehen
die Stadt Dresden, wunderschön.
Sie wird auch „Elbflorenz“ genannt.
Auf die Rundfahrt war´n wir gespannt.

Man seinen Augen gar nicht traut,
wie viel wurde da aufgebaut.
Die Sehenswürdigkeiten anschau´n,
das muss man erst einmal verdauen.

Die Frauenkirch´ mit ´ner Andacht,
das hat uns nachdenklich gemacht.
Was Kriegs- und die Zerstörungswut
den Menschen alles so antut.

Ein Highlight war, oh Manometer,
im Gasometer ´s Panometer.
Ganz Dresden lag zu uns´ren Füßen.
Dies´ Panorama wir genießen.

Ein´ Tag fuhr´n wir nach Herrnhut,
was man nur ganz selten tut.
Durch ´s Losungsbuch für uns bekannt.
Manche nehm ´s täglich in die Hand.

Das gibt ´s seit siebzehn einunddreißig.
Die Verfasser sind sehr fleißig.
Zieh´n jährlich aus ´nem Zettelkasten
Bibelstell´n (AT-NT), die zusammenpassten.

Die Herrnhuter Brüder-Unität
seit fast 400 Jahr´n besteht.
Gegründet wurd´ von Zinsendorf,
der Glaubensflüchtlinge nahm auf.

Die Sterne, die hier angeboten,
ein Zeichen sind als Glaubensboten.
Man hängt sie auf zur Weihnachtszeit.
Sie hab´n uns schon als Kind erfreut.

* * * * * * *

Die Tour d´ Horizont geht nun zu End´,
vieles ich noch erwähnen könnt´.

Versteht bitte, wenn ich beschreib´,
was ich erlebt am eig´nen Leib.
Wollt´ ich von allen was berichten,
müsst´ ich noch Stunden weiter dichten.

Wir müssen gar nicht traurig sein,
vielmehr sollten wir uns freu´n,
was jede einzelne Freizeit,
an Glücksmomenten hielt bereit.

Vor Euch will ich es nicht verhehlen,
Ihr und die Freizeit werd´ mir fehlen,
hab´n wir doch schöne Tag´ erlebt,
von den´ nur die Erinnerung bleibt.

* * * * * * *

Bisher ging ´s um die Bewegung.
Wo bleibt dann da wohl die Besinnung?

Doch: Wir hab´n in Gruppen und zusammen
uns mancher Themen angenommen.
Haben gesung´, gespielt, gelacht,
über die Themen nachgedacht.

Die Psalmen war ein´s davon.
Auch die Träume waren dran.
Altes wollt´n wir neu entdecken.
Hör´n, was könnt´ in Ritualen stecken.

Welche Hoffnung´, welche Sorgen,
sind in ´n Märchen so verborgen.
Der Körper und die Glieder mein,
sollen Gottes Diener sein.


Konrad hat uns stets eingeführt,
wofür ihm großer Dank gebührt.
Er hat sich gründlich vorbereitet,
die Themen für uns aufbereitet.

Stets war ´s für alle ein Gewinn.
So macht das Ganze auch nur Sinn.

Zu all´ dem g´hört auch ´s Abendmahl,
das wir feiern jedes Mal.
Dazu versammeln wir uns gern
zur Freizeit auch am Tisch des Herrn.

* * * * * * *

Zu jeder Freizeitz hat gehört,
dass man auch zum Nachtreffen fährt,
An einen genussreichen Fleck.
 Den gibt ´s in Sersheim, ´s „Scharfe Eck“.

An diesem Ort, in diesem Besen,
sind wir öfters schon gewesen.
Habhaftes wird dort aufgetischt.
Die Weine haben uns erfrischt.

 Hab´n in Erinn´rung´ geschwelkt,
damit sie nicht zu bald verwelkt.
Auf Bilderserien hab´n die Touren
hinterlassen ihre Spuren.

Da war zwar alles schon verflossen,
die Freude d´ran hab´n wir genossen.
Wir haben uns, grad so wir heut´,
an der Gemeinschaft sehr gefreut.

* * * * * * *

Martina hat von Hildegard
einst übernommen diesen Part.
Sie nahm mit Herz und mit Verstand
die Freizeitleitung in die Hand.

Was hätt´n wir ohne Dich gemacht?
Der Tag wär´ dunkel wie die Nacht.
Für uns bist Du ja ein Glücksstern.
Wir hab´n Dich alle herzlich gern.

Wie Du das schaffst und alles tust,
und dabei in dir selber ruhst.
Ich sag ´s und alle es mittragen:
Wir woll´n von Herzen danke sagen.

* * * * * * *

Bevor wir auseinander geh´n,
ein großer Dank am End´ soll steh´n.
Bei mancherlei Verschiedenheit
entstand doch ´ne Gemeinsamkeit.

Was kann es denn noch Schön´res geben
als das gemeinsame Erleben,
was wir in diesen vielen Jahr´n
miteinander hab´n erfahr´n.

Was haben wir alles empfangen?
Wohin sind wir zusamm´ gegangen?
Ich glaub´, jeder noch oft dran denkt,
was uns allen wurd´ geschenkt.

Bei allem hab´n wir festgestellt.
Wie schön ist es auf Gottes Welt.
Das werden wir im Herzen tragen,
erinnern uns an manchen Tagen.

* * * * * * *

Was kann ich Euch nach diesen Tagen
und all´ den Freizeiten noch sagen,
an guten Wüschen Euch mitgeben,
für das, was Euch noch bringt das Leben?

Dass Ihr voll Zuversicht und Vertrau´n
für Euch könnt´ in die Zukunft schau´n,
behütet werd´t auf Euren Wegen,
und etwas spürt von Gottes Segen.

Dass es Euch da an gar nichts fehl´,
am Leib nicht und nicht an der Seel´,
 das wünscht Euch Euer Michael.

Lichtenhain – Sächsische Schweiz
2. September 2016
Michael Buchwald 

Kuriose Notiz am Rande.
Am Ende des Gedichts
waren nach der Computerzählung
2222 Worte.